Paeris

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http://www.paeris.net

[pærıs] ist eine politische Gruppe in Berlin, die regelmäßig Tages- und Wochenendseminare anbietet. Die Themen reichen von linken Basics wie Schul- oder Nationalismuskritik bis zu state-of-the-art philosophischen Fragestellungen (mit emanzipatorischer Relevanz, versteht sich) und ergeben sich aus unserer Einigkeit darüber, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln (vulgo: Kapitalismus) durch eine sinnvollere (Re-)Produktionsweise ersetzt, Geschlechterverhältnisse und Nationen hingegen ersatzlos gestrichen gehören.
Kontakt: info AT paeris.net. Für alle, die Nachrichten an uns mit GnuPG (OpenPGP) verschlüsseln möchte, gibt es unseren öffentlichen Schlüssel auf www.paeris.net, wo auch aktuelle und vergangene Seminareinladungen, Texte und Diskussionen zu finden sind.

Unsere Seminare:

Inhaltsverzeichnis

Rassistisch sind immer die Anderen

23.01.2010, Tagesseminar in Berlin

Rassismus ist kein Thema, für das nur Antira-Gruppen und Postcolonial-Studies-Leute zuständig sind, sondern es sollte eines für die gesamte radikale Linke sein. Trotzdem landet es auf der persönlichen Prioritätenliste von /weißen/ Linken meistens ziemlich weit hinten, weil es sie vermeintlich nicht betrifft.

In dem Seminar werden wir uns mit /weißen/ Abwehrstrategien gegen die Auseinandersetzung mit Rassismus, nicht-rassistischer Sprache und deutscher Kolonialpolitik beschäftigen, sowie einen kapitalismuskritischen Blick auf postcolonial Studies werfen.


Was ist denn daran auszusetzen?

Tagesseminar zu Arbeit, Kapitalismus und politischer Kritik 06.02.2010 in Berlin

Ökonomische Herrschaft ist ein ziemlich altes Geschäft, das entgegen landläufiger Meinung auch mit der Einrichtung bürgerlicher Freiheit und Gleichheit nicht verschwunden ist - ganz im Gegenteil. Allerdings änderte sich mit der Durchsetzung kapitalistischer Produktion die Organisationsform der Verfügung über fremde Arbeit. Uns geht es auf dem Seminar weniger darum, akademisch zu klären, wie Kapitalismus, seine historischen Entwicklungen und seine Krisen im Einzelnen zu erklären sind. Uns geht es um die Frage, was genau man eigentlich am Kapitalismus, dieser gesellschaftliche Organisation von Arbeit, kritisieren würde. Auch radikale Antworten darauf gibt es unterschiedliche. Kritisiert werden die (ökologischen, gesundheitlichen, sozialen) Auswirkungen kapitalistischer Ökonomie, kritisiert wird Klassenherrschaft, kritisiert wird auch der Zweck kapitalistischer Produktion. Wir meinen, dass es für politisches Handeln sehr wohl darauf ankommt, was genau man an einer Sache auszusetzen hat, und wollen mit euch gern diskutieren, was das für die Kritik am Kapitalismus bedeutet.

We're A Happy Family

Sonntag, 07.Juni
Tagesseminar zum gegenwärtigen Nationalismus und dessen nicht nur gegenwärtigen Grundlagen

Deutschland gibt sich weltoffen. Regierungsgebäude aus viel Glas und ohne Zäune suggerieren "Transparenz", Nationale Kunst und Kultur werden bis nach Dubai gefördert, Deutschland will eigentlich Europa sein und die Welt ist zu Gast bei Freunden. In den Köpfen dieser Freunde hatte sich die Aufteilung der Welt in Nationen auch schon vor der Einschwörungskampagne "Du Bist Deutschland" als natürliches und irgendwie positives Verhältnis festgesetzt, und von dort bis zur Parteinahme für die "eigene" Nation ist es nur noch ein Steinwurf ins Asylbewerberheim. All diese Dinge eint das – im Kapitalismus nicht zufällig auftretende – Bedürfnis, den Reproduktionszusammenhang nicht als innergesellschaftliches Handgemenge, sondern als symbiotische Beziehung der Menschen in einer starken und erfolgreichen Nation vorzustellen. Der bloßen Kritik der je aktuellen Erscheinungen des Nationalismus fällt nicht auf, dass nicht nur das Flaggeschwenken und Steinewerfen, sondern die Nation selbst weder besonders vorteilhaft für die Menschen, noch irgendwie 'natürlich' ist. Die systematische marxistische Kritik an der Nation wirkt verschnarcht, weil sie das scheinbar immergleiche Verhältnis zwischen Nation, Staat und Kapital benennt, ohne die aktuellen Erscheinungsweisen sinnvoll darauf zu beziehen. Wir planen, beides zu tun. Nur so lässt sich die neuartige Blindheit der WM-Euphorie bei gleichzeitiger Militarisierung der EU-Außenpolitik sinnvoll erfassen.

Elektrifizierung und Sowjetmacht

Samstag, 20. Juni
Tagesseminar über Zweck und Realität der gesellschaftlichen Reproduktion im Realsozialismus

"Jahrzehntelang taten wir ein großes Werk, predigten den Sturz der Bourgeoisie, lehrten Mißtrauen gegen die bürgerlichen Spezialisten, entlarvten sie, nahmen ihnen schließlich die Macht und brachen ihren Widerstand. [...] Wir haben Rußland überzeugt, wir haben Rußland den Ausbeutern abgerungen für die Werktätigen, wir haben die Ausbeuter unterdrückt -- nun müssen wir lernen, Rußland zu verwalten." Das schrieb Lenin 1921. So sehr die Revolution zu feiern ist, das Schwerste kommt danach: die bewusste Einrichtung eines gesellschaftlichen Reproduktionszusammenhangs. Um solche Versuche in Folge der Oktoberrevolution wird es auf dem Tagesseminar gehen. Welche Ansätze gab es überhaupt? Ging es darum, die Verwaltung und Planung in die Hände der Menschen zu legen? Ging es darum, die Bedürfnisse aller besser zu befriedigen? Welche Rolle spielten solche menschenfreundlichen Zwecke in der realsozialistischen Gesellschaft? Und wie wurden sie in der Konfrontation mit der damaligen Wirklichkeit verändert oder korrumpiert?


Tagesseminar zu Antizionismus - Israelkritik - Antisemitismus

Samstag, 04.Juli

Antizionismus, das ist doch etwas ganz anderes als Antisemitismus. Man dürfe ja wohl den Staat Israel kritisieren, ohne gleich als Judenfeind dazustehen, echauffieren sich kritische Seelen in aller Welt. Schon die Aufgeregtheit mit der auf Ereignisse in Israel reagiert wird, die kaum in die Nachrichten gekommen wären, wenn sie anderswo auf der Welt passiert wären, gibt zu denken. Ebenso, dass Teile der Linken, wenn es um den Nahostkonflikt geht, sich mit offen faschistischen Gruppierungen solidarisieren. Auf dem Seminar soll untersucht werden, wie Antizionismus und Antisemitismus sich zueinander verhalten und auf welche Weise sich das Antisemitische der Kritik am Staat Israel je einschreibt.


Für das Seminar gilt:

Anmeldung unter www.paeris.net. Beitrag für Unterkunft, Verpflegung und Materialien EUR 5.-


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