5.11. dahlem. regional action day.
Aus Bildungswiki
schnellmachflyer. druckbar in z.b. 3x4 oder 4x5, man könnte was draus machen, vielleicht. (weitere sind in arbeit. mehrwort- und wortbildkunst - im laufe des tages.)
betrifft:
Liebe Leute,
wie bekannt - Horst Köhler kommt zur Immafeier des FU-Präsidenten an die FU:
"Köhler lässt Studis durchleuchten": http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/koehler-laesst-studis-durchleuchten/
Doch es gibt auch eine alternative, offene Immafeier: http://fachschaftsinitiativen.wordpress.com/2008/10/31/offene-imma-feier/
Siehe auch:
"Studierende antworten auf Immafeier-Sicherheitswahn mit Alternativveranstaltung": http://fuwatch.wordpress.com/2008/10/30/studierende-antworten-auf-immafeier-sicherheitswahn-mit-alternativveranstaltung/#comment-9865
"Vielfältige Proteste und Horst Köhler werden erwartet.": http://www.astafu.de/aktuelles/archiv/a_2008/presse_10-15
http://fsiosi.blogsport.de/2008/10/29/ein-wenig-werbung/
Vom "Tagesspiegel" ist hierzu noch nichts zu vernehmen.
Schöne Grüße
M.
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Hallo zusammen, hier schicke ich noch mal den einen aufruf für die offene Immafeier am mittwoch, losgehen soll alles schon morgens um 9(sorry, weil da auch die offizielle feier beginnt!) vor dem henry ford bau, es wird eine kundgebung geben, vokü und hoffentlich viel menschen mit tolen ideen für kreative aktionen...leitet den aufruf weiter und kommt zahlreich:) J. P.S. sorry für[...]
Zur diesjährigen Immatrikulationsfeier am 5. November wird uns nicht nur der FU-Präsident Dieter Lenzen die Ehre geben, sondern es ist auch der höchste Würdenträger der Bundesrepublik geladen, Bundespräsident Horst Köhler.
Beide sind Repräsentanten für eine kritikwürdige Politik.
Horst Köhler war zunächst Präsident verschiedener großer Banken, bevor er im Mai 2000 den Posten des Geschäftsführenden Direktors beim IWF (Internationaler Währungsfond) übernahm. Hier setzte er entgegen seiner Rhetorik die neoliberale Politik des IWF nahtlos fort. Zu versprochenen umfangreichen Schuldenerlassen für die so genannte Dritte Welt ist es bis heute nicht gekommen und angestrebte Investitionen kamen, wenn überhaupt, nur den westlichen Großunternehmen in Entwicklungsländern zu Gute. Vielmehr bewirkte die Politik des IWF eine Reihe ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Katastrophen. Der IWF föderte (und fördert bis heute) einseitig Großprojekte wie Staudämme oder Flughäfen, die an den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung vorbei geplant werden und massive Umweltzerstörungen zur Folge haben. Als prominentestes Beispiel für das ökonomische Versagen der IWF-“Strukturanpassungen“ gilt das Beispiel Argentinien: nachdem auf Geheiß des IWF jahrelang Staatsbetriebe privatisiert und der Finanzmarkt dereguliert wurde, brachen die Banken und die Wirtschaft im Dezember 2001 zusammen. Für Millionen Menschen bedeutete dies Arbeitslosigkeit und den Verlust ihrer Ersparnisse. In anderen Ländern Lateinamerikas scheiterten die vom IWF geforderten Privatisierungsmaßnahmen – einschließlich des Verkaufs der Wasserversorgung – am Widerstand der Bevölkerung. Horst Köhler war zu Zeiten des Zusammenbruchs in Argentinien IWF-Direktor; der IWF weigert sich bis heute, seine Verantwortung für die Krise einzugestehen.
Köhler hält also dieses Jahr die Rede auf der Immatrikulationsfeier. Er wird sich in der Gesellschaft Dieter Lenzens zweifellos wohl fühlen, dessen Umstrukturierung der FU zu einer „unternehmerischen“ Hochschule eine ähnliche Ideologie zu Grunde liegt. Ähnlich wie in einem Unternehmen werden Entscheidungen an der FU nicht mehr diskutiert, sondern von oben herab durchgesetzt. Die „Profilbildung“ der FU in einigen wenigen Spitzenbereichen gilt mehr als vernünftige Studien- und Arbeitsbedingungen für alle. Sichtbarster Ausdruck dieser Bildungspolitik ist die so genannte Exzellenzinitiative, die überwiegend die Qualität der Forschung bewertet – wir als Studierende haben davon wenig. Aus diesen Gründen gab es auf der Imma-Feier im letzten Jahr Proteste, die bundesweit auf Interesse stießen. Wohl um ein ähnliches Presseecho in diesem Jahr zu vermeiden, müssen sich die BesucherInnen der Feier in diesem Jahr einer Personenüberprüfung durch das Bundespräsidialamt unterziehen.
Wir lassen uns das Recht auf Protest nicht nehmen!
Wir wollen diese Veranstaltung nicht unkommentiert geschehen lassen!
Deshalb wollen wir uns am Morgen des 5.November - 9h - im Umfeld des Henry-Ford-Baus versammeln und lautstark gegen die zwei Präsidenten protestieren!
...und seid bitte so freundlich und
bringt
wander
schuhe
mit....
bzw. ihr dort drüben und draußen, die ihr mails schickt, einlädt und hoffentlich auch heute feste weiter feste vorbereitet... macht keine witze und laßt die alternative imma nicht feiernd am platze im regen stehen. wir wollen uns ein wenig die füße vertreten. ich steh mir meine beine ungern in den bauch.
studierende der FU berichten von 5 festnahmen während des immatrikulationsfeier-protestes:
Wenn Studierende an ihrer Universität festgenommen werden… Am 05.11. fand im Henry-Ford-Bau die zentrale Immatrikulationsfeier statt. An der Gestaltung der Feier gab es schon im Vorfeld Kritik. Die Veranstaltung war nur zugänglich für angemeldete Erstsemester und zwei Begleiter_innen. Die Datenschutzbeauftragte der Uni kritisierte, dass alle Angemeldeten ihre persönlichen Daten inklusive Telefonnummer angeben mussten. Und auch die Einladung Horst Köhlers als Festredner sorgte für Wirbel. Vor diesem Hintergrund standen dann auch die Proteste, die während der Veranstaltung stattfanden. Studierende wollten die Teilnehmer_ innen friedlich darauf aufmerksam machen, dass der erzeugte Schein von Exzellenz und Exklusivität dieser Uni nichts ist, wovon man sich zu sehr beeindrucken lassen sollte. Was dann geschah, ist ein für die letzten Jahre außergewöhnlicher Vorgang. Protestierende Studierende sahen sich auf dem Unigelände massiver Polizeirepression gegenüber. Zunächst wurden massenhaft Platzverweise gegen Einzelpersonen ausgesprochen, weil diese vor dem Eingang des Henry-Ford-Baus Plakate hielten. Unter Androhung einer Strafanzeige wurde das mit dem Verstoß gegen das Versammlungsgesetz begründet. Diese Platzverweise wirkten anfangs noch bizarr, da sie sogar verschiedene Universitätsgebäude mit einschlossen. Dann kam es aber zu fünf Festnahmen. Mit zum Teil heftiger Gewalt wurden Studierende unmittelbar auf dem Gelände ihrer Universität festgenommen und das wegen an den Haaren herbeigezogener Vorwürfe wie dem der Bundespräsidentenbeleidigung. Der Skandal daran ist vor allem, dass es nicht mal mehr erlaubt ist, dass wir Studierende an unserer Uni friedlich unsere Meinung äußern. Wenn ein Universitätspräsidium, das sich selbst gerne mit den Bekenntnissen zu Freiheit und Demokratie schmückt, derart repressive Zustände zulässt, sollte das wirklich zu denken geben. Wenn man noch nicht mal mehr als Einzelperson an der eigenen Uni seine Gedanken äußern darf, dann gelten hier elementare Grundsätze der Meinungsfreiheit nicht mehr. Wichtig ist es jetzt, diesen Vorfall nicht einfach so geschehen zu lassen. Man muss deutlich machen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Daher achtet auf Ankündigungen, bzw. kündigt selbst etwas an!
möglich wäre z.b.:
totenwache für die meinungsfreiheit machen. z.b. nächsten freitag (oder schon dienstag) vor dem haupteigang silberlaube. zu besetzen gegen 10, 12, 14 uhr. diesen zettel verteilen. zusatzmaterial wäre leicht zu beschaffen (dokumentationen zur protest- und kritikfreiheit an der FU unter früheren präsidenten sind in regalen der philbibl - in literarischen reportagen diversester formen - für einen knapp formulierbaren vergleich der herrschenden zustände) zu finden. klamotten: schwarze kutten (klageweiber und erynnien), am besten bodenlang und mit kapuze, sowas läßt sich schnell aus einem stück schwarzen stoff schneidern (vielleicht bitte nicht unbedingt stoffe aus schwarzer wolle mit randstickereien...) glaube kaum, daß viele studis davon wissen.
wer hätte lust und zeit, bei sowas mitzumachen?
treffpunktvorschlag (auch für alternativvorschläge):
immer noch
diese seite.
requisitentechnisch ließe sich vieles machen. dicke pflaster über den mündern wären ein passendes kostüm-accessoir für einen teil der beteiligten. schwarz (zu bekommen: flohmarkt mauerpark, sonntags ab 9. der 'pflaster'- (klebebänder verschiedener dicken, größen und farben) -verkäufer ist einer der händler dort, d.h. er ist JEDEN sonntag da. sowas wäre also zu kriegen. schwarz breit ist vorhanden. nicht teuer.). bei zusatz-sprüchen würde ich sagen, eine festnahme am rande von protesten an der uni (und auf unigelände) gehen so weit, daß ich vor einem spruch-satz wie "uni macht frei" nicht zurückschrecken würde. (oder auch "diese uni macht frei") die kleinen ohnmachten möglicher pc-correctness-wächter angesichts einer solchen grenzüberschreitung einbedenkend erst recht nicht.
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